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Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein e.V.

Hochkonjunktur in der Hamburger Bauwirtschaft: Der Bauboom birgt Risiken

Die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft

28. März 2019

Podiumsdiskussion der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft

Hochkonjunktur in der Hamburger Bauwirtschaft:

Der Bauboom birgt Risiken

Hamburg, 28. März 2019 – Die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft (HBAW) diskutierte am 28. März 2019 gemeinsam mit dem Hamburger Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und weiteren Experten über die weiter steigenden Baupreise, deren Hintergründe und die Folgen. Hohe Löhne, Fachkräftemangel und anhaltend hohe Investitionen in Betongold hätten zu einem Bauboom und damit zu steigenden Bau- und Baustoffpreisen geführt, sagt Michael Seitz, Sprecher der HBAW. Gestiegene gesetzliche Anforderungen im technischen Ausbau seien Preistreiber im Wohnungsbau, sagt Bauwissenschaftler Dietmar Walberg. Inzwischen seien die Baupreise so stark gestiegen, dass erste Projekte auf Eis gelegt worden seien oder sich zumindest stark verzögern, da auf Aufschreibungen nicht einmal Angebote abgegeben würden, erklärt Dirk Hünerbein, Chefprojektentwickler bei Unibail-Rodamco-Westfield. Die Politik müsse für die entsprechende Planungssicherheit sorgen, damit das Bau- und Ausbaugewerbe Fachkräfte ausbilden und einstellen kann, so Olaf Demuth, Vorsitzender des Bauindustrieverbands.

Eine Entspannung sei nicht in Sicht, denn der öffentliche Bedarf an Bauleistungen für den Wohnungs- und Straßenbau, für Brückensanierungen sowie den Schul- und Hochschulbau würde ungebrochen hoch bleiben, sagt Finanzsenator Dressel. Vor allem Sand und Kies für Beton blieben in Deutschland Mangelware und würden nicht nach, so der Betonlieferant Dietrich von Saldern. Für den Straßen- und Tiefbau seit es besonders wichtig, dass die Baunachfrage der öffentlichen Hand verstetigt wird, wünscht sich der Straßenbauer Tim Batzer.

Zitate der Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Michael Seitz, Sprecher der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft:

 „Die Bauwirtschaft bestimmt die Preise für den Wohnungs- und Straßenbau und -ausbau nicht allein. Die höheren Preise in der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft sind vor allem auf gestiegene Löhne, teurere Baumaterialien und höhere Transportkosten zurückzuführen.“ 

 Senator Dr. Andreas Dressel, Präses der Finanzbehörde

„Hamburg baut. Nicht nur der Wohnungsbau boomt, auch in anderen Bereichen wie der Sanierung von Straßen und Brücken, dem Schul- und Hochschulbau passiert in Hamburg aktuell so viel wie lange nicht. Gerade beim Wohnungsbau müssen wir aber aufpassen, dass die Kosten stabil bleiben. Alle Beteiligten in Politik, Verwaltung und Wirtschaft sind dabei gefragt, einerseits die Preisspirale nicht weiter zu beschleunigen – und andererseits kreative Lösungen zu finden, damit der Wohnungsbau bezahlbar bleibt. Das betrifft Fragen der Grundstückspolitik ebenso wie ganz aktuell das Thema Systembauten.“

 Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., Kiel

„Der wesentliche Kostentreiber im Wohnungsbau ist nicht die Primärkonstruktion (Rohbau) sondern mit Abstand der Technische Ausbau.

 Seit dem Jahr 2000 sind die Baukosten für die Errichtung eines Quadratmeters im Wohnungsbau um 61 Prozent gestiegen. Die Baupreise sind in dieser Zeit um 41 Prozent gestiegen. Die Bau- und Ausbauwirtschaft verhält sich auch in der Zeit des Baubooms vernünftig."

 Olaf Demuth, Vorsitzender des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein e. V., Geschäftsführer Zech Group GmbH

 „Unsere Bauunternehmen arbeiten aufgrund der guten Konjunktur auf Hochtouren. Der Kapazitätsaufbau im Bauhauptgewerbe geht auch 2019 ungebremst weiter. Dabei investieren wir nicht nur in moderne Maschinen, wir weiten auch die Beschäftigung nochmals um zwei Prozent auf 850.000 Erwerbstätige aus. Die Politik muss für die entsprechende Planungssicherheit sorgen. Nur dann werden die Firmen den Kapazitätsaufbau weiter aktiv vorantreiben."

Dietrich von Saldern, Geschäftsführender Gesellschafter von Saldern Gruppe

 „Natürlich freuen wir uns über die hohe Nachfrage und die damit verbundene gute Auftragslage sowohl in der Logistik als auch in der Betonproduktion. Ein enormer Anstieg der Produktionskosten ist jedoch eine der resultierenden Schattenseiten. Die Erhöhung ist auf die aktuelle Rohstoffknappheit zurückzuführen, teils importieren wir beispielsweise aus Skandinavien. Ebenso beeinflussen die LKW-Maut und der vorhandene Personalmangel die Logistik nachhaltig. In Summe führt dies zu einem Anstieg der Baukosten.“

 Dirk Hünerbein, Head of Development bei Unibail-Rodamco-Westfield Germany

 „Die stark steigenden Baukosten sind schon länger für die gesamte Branche und auch für uns zu einer Herausforderung geworden. Die Auftragsbücher der Generalunternehmer und Baufirmen sind gut gefüllt und die Kapazitäten schrumpfen kontinuierlich. Für uns ist es daher essenziell, diesen Umständen frühzeitig, strategisch und teilweise kreativ zu begegnen. So errichten wir beispielsweise für das südliche Überseequartier ein eigenes temporäres Betonmischwerk, sodass kaum Flüssigbeton angeliefert werden muss.“

 Tim Batzer, Geschäftsführer Werner Batzer Tief- und Straßenbau GmbH, Vorstand Bau-Innung Hamburg und Norddeutscher Baugewerbeverband e.V.

 „Für den Straßen- und Tiefbau ist es besonders wichtig, dass die Baunachfrage der öffentlichen Hand verstetigt wird. Dies betrifft sowohl den Umfang der Investitionen der öffentlichen Hand in den nächsten Jahren, aber vor allem auch die Verteilung der Arbeiten über das Jahr. Momentan starten zu viele Projekte erst in der zweiten Jahreshälfte oder müssen zwingend in den Ferien durchgeführt werden.“

Über die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft

Das Bündnis vereint sieben Hamburger Verbände aus der Bau- und Ausbauwirtschaft und hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung dieser wichtigen Branche für Wirtschaft und Gesellschaft in Hamburg bekannter zu machen. Die Mitglieder dieser Verbände repräsentieren circa 1.500 Unternehmen mit rund 20.000 Mitarbeitern und annähernd drei Milliarden Euro Jahresumsatz.

Das Bündnis setzt sich aus den folgenden Verbänden zusammen:

  • Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein e.V.
  • Norddeutscher Baugewerbeverband e.V.
  • Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg e. V.
  • Dachdecker-Innung Hamburg
  • Innung Sanitär Heizung Klempner Hamburg
  • Metall-Innung Hamburg
  • Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM)

 Pressekontakt

Doris Papenbroock

Konstruktiv PR GmbH

Poststraße 14-16

20354 Hamburg

Telefon 040 55200315

E-Mail papenbroock@konstruktiv-pr.de

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